Global Transitions
Logical Learnng Publications
Training
About GT

Press
Faq
Clients
Contact
Home
What's New?
Deutsche Rundschau
Vee häf vays of making yü talk!

May 2005


Deutsche Neuankömmlinge in den Vereinigten Staaten merken schnell, dass ihr Akzent bei vielen amerikanischen Mitbürgern eine mehr oder minder starke Reaktion hervorruft. Bemerkungen rangieren von mildem Interesse ("Ist das ein deutscher Akzent?") bis hin zu entzückten Ausrufen ("Sie hören sich genau wie meine Oma an!").
Im Bewerbungsgespräch dürfen natürlich aus rechtlichen Gründen keine Fragen zur nationalen Herkunft gestellt werden. Allerdings sind sich viele Neueinwanderer dieser Tatsache nicht bewusst, da in Deutschland so manche Frage im Vorstellungsgespräch erlaubt ist, die einem amerikanischen Personalreferenten nie über die Lippen kommen würde.

Für diejenigen, die sich auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt behaupten müssen, stellt ein Akzent oft Grund zur Unruhe dar. Wird der eigene Akzent vielleicht die Chancen im Arbeitsmarkt verringern? Vermittelt die inkorrekte Aussprache dem Gegenüber einen falschen Eindruck - wirft vielleicht sogar einen Schatten auf die fachliche Kompetenz?

Timothy Olind, Geschäftsführer der Firma Karmann USA, Inc. in Michigan glaubt, dass ein ausländischer Akzent im Grunde kein Problem darstellt. "Solange wir den Arbeitnehmer gut verstehen können, kommt es hauptsächlich auf seine Qualifikationen an", erklärte er kürzlich bei einer Versammlung der German Professional Women's Association, einem Networking-Verband deutschsprachiger Frauen. "Faktoren wie emotionale Intelligenz und die Fähigkeit, sich an amerikanische Kommunikationsmuster anzupassen, sind wesentlich wichtiger als eine perfekte Aussprache." Allerdings muss dazu gesagt werden, dass Karmann USA, Inc. eine deutsch-amerikanische Firma ist, die viel Erfahrung im Umgang mit einer mulitkulturellen Belegschaft hat.

Wie sieht es da bei anderen Berufsgruppen und Branchen aus?

"Auch nach vierzig Jahren in den USA habe ich noch einen deutschen Akzent. Das wird sich wohl nicht mehr ändern", erklärt Marianne Brandt, die Kulturtrainingsseminare mit amerikanischen Arbeitnehmern durchführt. "Größere Nachteile habe ich deswegen allerdings noch nicht erlebt. Im Gegenteil, mein Akzent signalisiert Seminarteilnehmern, dass ich noch eine starke Verbindung zu Deutschland aufrechterhalten habe und weiß, wovon ich rede."

Frau Sarah Höfflin, eine ausgebildete Logopädin und Sprachheiltherapeutin im Großraum Detroit, hat sich auf amerikanisches Akzenttraining spezialisiert. Viele ihrer Klienten wenden sich an sie, weil sie Vorträge vor Publikum halten müssen oder innerhalb ihrer Firma aufsteigen möchten.

Auf die Frage hin, ob sich ein Akzent positiv oder negativ im Berufsleben auswirkt, erklärt Frau Höfflin: "Das ist eine sehr gute Frage. Akzente können sich sehr positiv auswirken, wenn man gut zu verstehen ist. Amerikaner und Kanadier sind im Allgemeinen sehr aufgeschlossen Akzenten gegenüber. Oft spielt der Gedanke, dass Oma oder Urgrosspapa auch von einem anderen Land stammten, eine Rolle. Amerikaner erheben normalerweise keinen Anspruch auf sprachliche Perfektion. Wir erfahren Sprache als elastisches Wesen, das sich sehr schnell ändern kann und darf. Man muss aber ehrlich sein: wenn ein Nichtmuttersprachler schwer zu verstehen ist, ist der Akzent zu stark für die Berufswelt. Es ist ein zweischneidiges Schwert, da ein starker Akzent eine Behinderung ist, aber die meisten Amerikaner zu höflich sind, um es Ihnen direkt zu sagen."

Andererseits gibt es auch Akzente, die den Amerikanern sehr positiv auffallen, weil sie als schön empfunden werden. "Da gewinnen natürlich die Franzosen", sagt Frau Höfflin. "Allerdings gibt es auch negativ wirkende Akzente, was sehr unterbewusst erfahren wird und durch die Politik oder Hollywood-Darstellungen kommt."

Und in welche Kategorie fällt der deutsche Akzent? "Der deutsche Akzent ist für die meisten Nordamerikaner neutral, wenn er nicht zu stark ist", erklärt Frau Höfflin.

~ Manuela Blankinship

Falls Sie an Akzentreduzierung interessiert sind, sollten Sie Folgendes beachten:
1. Jeder darf sich Akzenttrainer nennen, da es noch keinen Standard für diese Berusbezeichnung gibt.

2. Wenden Sie sich daher an einen ausgebildeten Sprachtherapeuten oder Logopäden (Speech-Language Pathologist), der sich auf den Bereich Akzentreduzierung spezialisiert hat.

3. Eine gute Alternative sind Linguisten, die Englisch als Zweitsprache (ESL) unterrichten und im Fach Phonetik ausgebildet sind.

4. Der Akzenttrainer sollte außerdem nach einer gründlichen Sprachanalyse seine Lehrmaterialien auf den einzelnen Klienten zuschneiden und ihm helfen, individuelle Ziele zu setzen.

5. Auch hilft es, wenn der Akzenttrainer selbst eine Fremdsprache beherrscht, um die Problematik des Akzentes selber zu verstehen.

6. Mehr zum Thema können Sie auf Frau Höfflins Website www.GlobalTransitions.net nachlesen.
Global Transitions
Email GT
© 2005
site created by Tammy Brice